1 von

Brief an die Stakeholder


Sehr geehrte Damen und Herren (Text)

für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens sind gemeinsame Wertvorstellungen ebenso wichtig wie beispielsweise die Festlegung von Verantwortungsbereichen oder von betriebswirtschaftlichen Zielen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich ein Unternehmen nach einer Übernahme oder einem Zusammenschluss in der Phase eines Integrationsprozesses befindet.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorsitzender des Vorstands der Linde AG (Foto)

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle
Vorsitzender des Vorstands der Linde AG

Nach der Akquisition von BOC und einem grundlegenden Konzernumbau ist die Linde Group in solch einer Phase. Dabei war es ein großer Vorteil, dass sowohl Linde als auch BOC bereits in der Vergangenheit ähnlichen, historisch-organisch gewachsenen Werten folgten. Diese Werte haben wir schon bald nach „Day One“, dem Tag eins unseres neu aufgestellten Unternehmens, auf der Grundlage einer weltweiten Mitarbeiterbefragung zusammengeführt. Festgeschrieben als „The Linde Spirit“, trägt dieses gemeinsame Selbstverständnis den Kern beider Unternehmensphilosophien in die gemeinsame Zukunft hinein: Unternehmerische Verantwortung muss gelebt werden.

Linde erzielt heute etwa 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland und mehr als 50 Prozent jenseits von Europa. Auch diese Tatsache schärft unser Bewusstsein dafür, dass unternehmerische Verantwortung über nationale Grenzen und über die reine Gewinnmaximierung hinausgeht.

Viele unserer Technologien im Anlagenbau und bei der Anwendung medizinischer und technischer Gase leisten schon heute einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen, und sie werden dies künftig in noch größerem Maße tun – das gilt beispielsweise für den Klimaschutz, aber auch für die effiziente Nutzung unserer natürlichen Ressourcen. Als einer der weltweit größten Anbieter von Wasserstoff forschen wir beispielsweise daran, diesen zukunftsträchtigen Energieträger als innovatives Speicher- und Transportmedium für regenerativ erzeugte Energie zu etablieren. Wir sorgen mit unserem Know-how dafür, dass Kohlendioxid gereinigt und wiederverwendet werden kann oder gar nicht erst in die Atmosphäre gelangt, indem wir verschiedene Prozesse der geologischen Speicherung von Kohlendioxid wissenschaftlich und technisch weiterentwickeln.

Aber nicht allein unsere Technologien und Produkte definieren, wer wir sind. Wir alle tun dies durch die Art und Weise, wie wir uns täglich verhalten. Um unseren Mitarbeitern die notwendige Orientierung an die Hand zu geben, mit der sie die wachsenden Anforderungen unseres globalen Geschäfts besser bewältigen können, haben wir in diesem Jahr einen neuen so genannten Code of Ethics eingeführt. Denn die persönliche Integrität eines jeden Einzelnen ist eine Grundvoraussetzung, um unser Unternehmen vor unnötigen Risiken zu bewahren und unsere gute Reputation weiter zu festigen. Dabei unterstützen wir unsere Mitarbeiter in jeder Hinsicht.

„Linde erzielt heute etwa 90 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland und mehr als 50 Prozent jenseits von Europa.“

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle

Linde ist mittlerweile in über 70 Ländern vertreten. Wir werden nicht nur als Industriegase- und Engineeringunternehmen bewertet, sondern auch als Teil der jeweiligen Gesellschaft oder Kultur, in der wir tätig sind. Daher begrüßen wir das soziale Engagement unserer Mitarbeiter ausdrücklich – ganz gleich, ob es sich um eine einmalige Spende oder um Initiativen handelt, die einen hohen persönlichen Einsatz erfordern. Wir bestärken unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin, sich als Teil einer weltumspannenden Organisation zu fühlen, die gemäß ihren Werten und Prinzipien anderen Menschen und Kulturen aufgeschlossen, kooperativ und verantwortungsbewusst begegnet.

Als Organisation müssen wir jedoch Schwerpunkte setzen, welche gesellschaftlichen Anliegen wir fördern wollen. The Linde Group unterstützt vor allem die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Sicherheit und Gesundheit nehmen insbesondere im direkten Umgang mit unseren Produkten eine herausragende Rolle ein.

Gemäß der Maxime „das Beste aus zwei Welten“ hat die Linde Group – wie zuvor BOC – eine konzernübergreifende SHEQ (Glossar)-Abteilung eingerichtet. SHEQ steht für „Safety“, „Health“, „Environment“ und „Quality“. Die Abteilung ist unter anderem verantwortlich für die Integration von Sicherheit und Gesundheit in alle Prozesse, ihr obliegen die Sicherheitsschulungen unserer Mitarbeiter und Kunden, sie sorgt für die Minimierung von Gefährdungen an den Arbeitsplätzen und für den betrieblichen Umweltschutz. Dabei ist es unser oberstes Ziel, die Anzahl der Arbeitsunfälle so gering wie möglich zu halten.

Mit einer klaren und konsistenten Kommunikation sorgen wir für ein einheitliches Verständnis unserer unternehmerischen Verantwortung und fassen dieses Engagement unter dem Begriff Corporate Responsibility zusammen. Wir konzentrieren uns dabei auf fünf Handlungsfelder, für die wir jeweils konkrete Zielsetzungen formulieren: Mitarbeiter, SHEQ, Gesellschaft, Ethik & Compliance sowie den Kapitalmarkt.

Ich bin davon überzeugt, dass diese gelebte unternehmerische Verantwortung unsere Identität nach innen und außen stärken und sich auch in Zukunft, für Sie, unsere Stakeholder, auf vielfältige Weise positiv auswirken wird.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre des ersten Corporate Responsibility Reports unseres neu aufgestellten Unternehmens.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorsitzender des Vorstands der Linde AG (Unterschrift)

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle
Vorsitzender des Vorstands der Linde AG



Verlauf:
Schlagworte